Zum Inhalt springen
Kostenloser Versand in DE, AT & CH10 % mit Code WILLKOMMEN10
Jagd und Schießsport

Pistolentasche oder Pistolenkoffer: Was für die Kurzwaffe reicht

Für eine Kurzwaffe gibt es drei Behältnisse: das gepolsterte Futteral, die Schießstandtasche mit Platz für Zubehör und den Hartschalenkoffer. Welches reicht, hängt davon ab, wohin die Waffe soll und ob sie unterwegs verschlossen sein muss. Dieser Ratgeber sortiert die drei nach Schutz, Recht und Alltag.

Stand 23.09.20267 Min. LesezeitVeldivo

Drei Behältnisse, drei Aufgaben

Ein Futteral schützt die Waffe vor Kratzern und Stößen und sonst vor nichts. Eine Schießstandtasche nimmt zusätzlich Gehörschutz, Brille, Magazine und Putzzeug auf und lässt sich oft abschließen. Ein Koffer ist hart, verschließbar und im besten Fall wasserdicht, dafür sperrig und teuer. Aus meiner Sicht passen die drei so zusammen:

  • Pistolentasche: Schutzhülle im Schrank, im Rucksack und im Koffer. Leicht, flach, für eine Waffe. Allein im Auto nur, wenn du das Recht dazu kennst, dazu gleich mehr.
  • Schießstandtasche: der Weg zum Stand mit allem Zubehör in einer Tasche. Wenn die Zipper für ein Vorhängeschloss vorbereitet sind, ist sie mit Schloss auch das verschlossene Behältnis.
  • Hartschalenkoffer: Flug, Bahn, mehrere Waffen, Regen. Für den wöchentlichen Standbesuch ist er meist mehr Koffer, als du tragen willst.

Viele Schützen im Westerwald fahren mit der Kombination: Die Pistole liegt im Futteral, das Futteral in der abschließbaren Schießstandtasche, die Munition in einer eigenen verschlossenen Box. Am Stand kommt das Futteral mit an den Tisch, die Tasche bleibt am Platz.

Pistolentasche gepolstert, 31 x 18 cm
Aus unserem Katalog
Pistolentasche gepolstert, 31 x 18 cm
Halbmondform 31 x 18 cm, Nylon, gepolstertes Hauptfach, zwei Zipper, rund 100 g
15,90 €Endpreis, Versand inklusive · Lieferzeit 3-9 Werktage
Ansehen

Was das Waffengesetz beim Transport verlangt

Wer eine Schusswaffe ohne Waffenschein transportiert, muss sie nach § 12 Abs. 3 Nr. 2 WaffG nicht schussbereit und nicht zugriffsbereit führen. Nicht schussbereit heißt ungeladen, bei der Pistole also kein Magazin eingeführt und keine Patrone im Lager. Nicht zugriffsbereit heißt nach gängiger Lesart: in einem verschlossenen Behältnis. Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Waffengesetz nennt als Maßstab, dass die Waffe nicht innerhalb weniger Sekunden und mit wenigen Handgriffen in Anschlag gebracht werden kann.

Ein Futteral mit Reißverschluss ist kein verschlossenes Behältnis. Deshalb steht bei unserer Pistolentasche im Datenblatt: nicht abschließbar. Die einfachste rechtssichere Lösung ist eine Schießstandtasche oder ein Koffer, dessen Zipper oder Bügel du mit einem kleinen Vorhängeschloss sicherst; ein Zahlenschloss aus dem Reisebedarf reicht als Verschluss. Wer nur das Futteral hat, legt es in den verschlossenen Kofferraum und bewegt sich damit in einer Grauzone, die von der Auslegung des einzelnen Beamten abhängt.

Munition gehört getrennt von der Waffe in ein eigenes verschlossenes Behältnis. Zu Hause gilt § 36 WaffG: Kurzwaffen gehören in ein Sicherheitsbehältnis der vorgeschriebenen Widerstandsklasse, Tasche und Koffer ersetzen den Schrank nicht. Für Luftdruck- und CO2-Pistolen gilt beim Transport dieselbe Regel: nicht schussbereit, nicht zugriffsbereit. Das ist keine Rechtsberatung, sondern die Einordnung, mit der wir selbst arbeiten; die Einzelheiten für Deutschland und Österreich stehen in unserem Ratgeber zu Waffenkoffern und Recht.

Maß und Polster: Woran du ein brauchbares Futteral erkennst

Bei Pistolentaschen sind die Maßangaben auf den Etiketten fast immer Außenmaße. Innen fehlen Naht und Polster, bei unserer 31 x 18 cm großen Tasche bleiben rechnerisch rund 29 x 16 cm. Eine 1911 mit rund 21 cm Gesamtlänge liegt darin mit Luft, auf unseren Bildern siehst du genau das. Kritisch wird es bei langen Läufen mit Kompensator, bei montierten Lichtern und bei Revolvern mit sechs Zoll Lauf.

  • Gesamtlänge der Waffe messen, von der Griffkappe bis zur Mündung, mit allem, was montiert ist.
  • Höhe messen: von der Unterkante des Griffs bis zur Oberkante des Visiers oder der Optik.
  • Zwei bis drei Zentimeter Luft addieren, damit der Reißverschluss nicht über dem Visier spannt.
  • Polster auf beiden Seiten prüfen: Ein Futteral mit nur einer Vlieslage schützt vor Kratzern, nicht vor Dellen.
  • Innenfutter glatt und abwischbar, damit Waffenöl und Feuchtigkeit nicht im Stoff bleiben.

Die Halbmondform hat einen praktischen Grund: Die Waffe liegt mit dem Griff in der Rundung, der Reißverschluss läuft außen herum, und du klappst die Tasche auf wie ein Buch, statt die Pistole herauszuziehen. Zwei Zipper sind angenehm, weil die Tasche von beiden Seiten aufgeht. Eine Aufhängeschlaufe ist nett für den Schrank, ersetzt aber keinen Tragegriff; für längere Wege gehört die Tasche in eine größere.

Gepolsterte Pistolentasche in Halbmondform, 31 x 18 cm, Nylon in Schwarz
Unsere Pistolentasche: Halbmondform, zwei Zipper, gepolstertes Hauptfach; auf den Produktbildern liegt eine 1911 darin

Wenn Zubehör mit soll: die Schießstandtasche

Sobald mehr als die Waffe mit zum Stand fährt, wird das Futteral zur Innenhülle und die Schießstandtasche zum Behältnis. Worauf ich dabei achte: ein gepolstertes Hauptfach mit Trennwänden, die sich herausnehmen lassen, Nebenfächer für Gehörschutz und Brille, Zipper mit Ösen oder Laschen für ein Vorhängeschloss, und ein Schultergurt, der das Gewicht von Waffe, Munition und Zubehör trägt. Unsere Schießstandtasche hat ein Hauptfach von 33 x 20 x 23 cm mit zwei Trennwänden für bis zu zwei Kurzwaffen, MOLLE-Bänder außen und Zipper, die für ein Schloss vorbereitet sind; das Schloss selbst liegt nicht bei.

Was sie nicht ist: wasserdicht. 600D-Nylon hält leichten Regen ab, mehr nicht. Und sie ist ein Transportbehälter, kein Schrank.

Taktische Schießstandtasche für Kurzwaffen: Deine komplette Ausrüstung sicher & organisiert an einem Ort
Aus unserem Katalog
Taktische Schießstandtasche für Kurzwaffen
Hauptfach 33 x 20 x 23 cm mit zwei Trennwänden, Zipper für ein Vorhängeschloss vorbereitet, MOLLE-Bänder, Schultergurt
62,90 €Endpreis, Versand inklusive · Lieferzeit 3-9 Werktage
Ansehen

Wann ein Pistolenkoffer die bessere Wahl ist, und woran du einen guten erkennst

Ein Hartschalenkoffer lohnt sich, wenn die Waffe fliegt, mit der Bahn fährt, im Regen steht oder mehrere Waffen zusammen transportiert werden. Wir führen derzeit keinen Koffer in Pistolengröße; unsere Koffer sind für Langwaffen gebaut. Damit du beim Kauf anderswo nichts übersiehst, die Kriterien, die ich anlegen würde:

  • Ösen für zwei Vorhängeschlösser statt eines eingebauten Billigschlosses. Zwei Schlösser verteilen die Kraft, und ein Zahlenschloss mit eigener Kombination ist unterwegs praktischer als ein Schlüssel.
  • Rasterschaum oder Würfelschaum, den du auf die Waffe zuschneidest, statt loser Noppenmatten, in denen die Pistole rutscht.
  • Dichtung und Druckausgleichsventil, wenn der Koffer ins Flugzeug oder auf den Dachträger soll; ohne Ventil geht ein dichter Koffer nach dem Flug schwer auf.
  • Innenmaß mit Reserve: Länge der Waffe plus Optik plus Platz für zwei Magazine, die getrennt gelagert werden.

Wer heute schon einen Langwaffenkoffer besitzt, kann die Kurzwaffe im Futteral darin mitfahren lassen; die Koffer unten sind dafür lang genug, aber für den Standbesuch mit einer Pistole klar überdimensioniert.

Häufige Kauf-Fehler

  • Das Futteral für ein verschlossenes Behältnis halten. Ein Reißverschluss ist kein Verschluss im Sinne des Waffengesetzes; ohne Schloss ist die Tasche eine Schutzhülle.
  • Nach dem Außenmaß kaufen. Innen fehlen zwei bis drei Zentimeter; wer eine Waffe mit 27 cm misst, braucht kein 28-cm-Futteral.
  • Magazine und Munition im Futteral. Munition gehört getrennt in ein eigenes verschlossenes Behältnis, und ein geladenes Magazin ist Munition.
  • Wasserdicht erwarten. Nylon ohne Dichtung hält Spritzwasser ab, keinen Dauerregen.
  • Die nasse Waffe einpacken. Polster hält Feuchtigkeit fest; erst abtrocknen und leicht ölen, dann ins Futteral.

Direkte Einstiege

Tasche, Schießstandtasche, Munitionsbox und der Rechtsratgeber auf einen Blick:

Häufige Fragen zur Pistolentasche

Reicht eine gepolsterte Pistolentasche für den Weg zum Schießstand?

Zum Schutz der Waffe ja. Für den Transport verlangt § 12 Abs. 3 Nr. 2 WaffG, dass die Waffe nicht schussbereit und nicht zugriffsbereit ist. Nicht zugriffsbereit heißt nach gängiger Lesart: in einem verschlossenen Behältnis. Ein Futteral mit Reißverschluss und ohne Schloss ist das nicht. Nimm die Tasche als Innenhülle und leg sie in einen abschließbaren Koffer oder eine abschließbare Schießstandtasche.

Passt eine Pistole in voller Größe in die 31-cm-Tasche?

Innen bleiben rechnerisch rund 29 x 16 cm. Auf unseren Bildern liegt eine 1911 mit rund 21 cm Länge darin, seitlich bleibt Luft. Bei sehr langen Läufen, Kompensatoren oder montiertem Licht miss vorher nach.

Darf das Magazin in derselben Tasche liegen?

Beim Transport gehört Munition getrennt von der Waffe in ein eigenes verschlossenes Behältnis, in der Praxis eine abschließbare Munitionsbox. Leere Magazine sind keine Munition, geladene schon. Unsere Pistolentasche hat ohnehin kein Magazinfach.

Ist die Pistolentasche wasserdicht?

Nein. Nylon außen und Polster innen schützen vor Kratzern und Stößen, nicht vor Regen. Bei Nässe gehört die Tasche in einen Koffer oder einen Packsack.

Führt ihr einen Hartschalenkoffer für Kurzwaffen?

Derzeit nicht. Unsere Koffer sind für Langwaffen gebaut. Für die Kurzwaffe führen wir die gepolsterte Tasche und die abschließbar vorbereitete Schießstandtasche; die Kriterien für einen guten Pistolenkoffer stehen trotzdem in diesem Ratgeber, damit du beim Kauf anderswo nichts übersiehst.